Das Geschenk

Alle Jahre wieder. Der Geburtstag des besten Kumpels steht vor der Türe. keine Info von der Gattin das eine besondere Anschaffung ansteht und eigentlich will man sich ja nichts schenken. Wir haben ja alles.

Mit leeren Händen zum Fest erscheinen geht aber auch nicht. Also die obligatorische gute Flasche Wein oder ein guter Schnaps?!

Langweilig. Bleibt ja immer noch der Gutschein der für's Hobby verwendet werden kann. Auf keinen Fall!

Dieses Jahr wollte ich einfach was anderes schenken. Auf einmal kam mir der Gedanke das ich ja fotografiere. Oh Mann, was für eine glorreiche Erkenntnis!


Jetzt musste nur noch das geeignete Bild gefunden werden. Die erste große Ernüchterung. Dein bester Kumpel ist kein Model. Wir haben nie ein Portrait Shooting gemacht.

Kein Problem, wir waren ja zig Mal miteinander unterwegs. Da wird sich sicher was finden. Ob so ein Party Foto das richtige ist? Sicher lustig aber nichts für die Wand sondern eher was für den Fotostream im Handy.

Dann kam mir der Gedanke einen Kalender für's kommende Jahr zu verschenken.

Einen Kalender hab ich mir selbst noch nie gemacht. Eigentlich drucke ich viel zu wenig. Ich habe ein paar meiner eigenen Werke an der Wand aber das war es auch schon.

Die Idee ist simpel aber gut, ran an den Speck.


Schon kamen die nächsten Probleme. Sind meine persönlichen Top 12 Bilder wirklich die Bilder die ihm gefallen. Es soll ja "sein" Kalender werden.

Dann wurde die Idee geboren die Jahreszeiten darzustellen mit Bildern die ich hier in der Umgebung gemacht habe. Also an Orten in denen er sich wieder findet.

Jetzt war ich safe. Das wollte ich genau so machen. 

Mal schnell die externe Festplatte an den Laptop und die Bibliothek in Lightroom angeworfen. Nach zwei Tassen Kaffee waren die meisten der Bilder gefunden.

Jetzt noch schnell bei White Wall (es soll ja hochwertig werden) hochladen, bestellen und fertig.

Nix da!!


Meine fertig bearbeiteten Fotos habe ich fein für's Internet komprimiert abgespeichert. Die eventuell entstandenen Dateien die final in Photoshop bearbeitet wurden speichere ich nie. Mein Workflow bedeutet am Ende, Bildgrösse auf 2000x1333 px reduzieren, nachschärfen und als Jpeg exportieren.

Für Social Media Aktionen reicht das immer. Der Kalender sollte allerdings A3 groß werden. Hey, ich bin ambitionierter Fotograf. Da kann ich doch nicht mit einem verpixelten Kalender um die Ecke kommen.

Da ich halt so speicherfaul bin musste ich nun in Lightroom nochmal alle RAW's heraussuchen und gegebenenfalls alle nötigen Schritte in Photoshop wiederholen.

Im Anschluss habe ich die Daten dann in der höchstmöglichen Auflösung abgespeichert. Bestimmt etwas übertrieben aber ich wollte das bestmögliche Ergebnis.

Jetzt konnte ich die Bilder hochladen und die Bestellung auf den Weg bringen. Ich war allerdings auch deutlich weiter als zwei Tassen Kaffee.


Nach ein paar Tagen kam das gute Stück in meine Hände.

Die Qualität bei den Produkten von White Wall finde ich außerordentlich gut. Cewe, Saal Digital, my Poster oder wer auch immer müssen nicht schlechter sein aber ich bin mit einer der Discount Druckereien auch schon auf die Nase gefallen.

Nun hatte ich das Ergebnis vor mir. Ein Mix aus Bildern seiner Heimat gesalzen mit der ein oder anderen Erinnerung des letzten Jahres.

Ich glaube ich konnte ihm mit diesem Kalender eine große Freude bereiten. Ein persönliches Geschenk halt. Man bekommt es in keinem Laden und der Schenkende kann sich nicht davon freisprechen sich Gedanken gemacht zu haben.

Ihm nun jedes Jahr einen Kalender zu schenken wäre jetzt auch doof.

Nur schenken wir der Familie, Freunden jedes Jahr eine Menge sinnlosen Kram, warum nicht auf irgendeinen Blödsinn verzichten und einen kleinen Teil des Geldes für ein solches Geschenk verwenden. 

Ich meine das solche Kleinigkeiten wesentlich wertiger sind als die Beteiligung an einem Sammelgeschenk bei dem Luxus angeschafft wird.

Und wenn einem der Mensch wichtig ist dann kommen die 20 Euro für den Kalender halt on top drauf wenn der Wunsch nach etwas anderem wirklich groß ist. Das wirklich persönliche Geschenk, das auch ein gebrauchtes Buch sein kann, finde ich wesentlich bedeutsamer.

Den jetzt erstellten Kalender werde ich dieses Jahr auch meinen Nachbarn am Heiligabend vor die Türe legen. Zwei, drei Fotos muss ich sicher tauschen aber 90% der Arbeit ist erledigt. Ich denke auch ihnen wird er mehr Freude bereiten als die übliche Flasche Sekt oder Wein mit den Weihnachtsgrüßen.


Ich hoffe das ich jeden der das liest motivieren kann sich wieder mehr mit den Menschen zu beschäftigen von denen wir sagen das sie uns wichtig sind. Denn wenn sie das wirklich sind dann sind sie mehr wert als ein Amazon Gutschein oder ein paar Euro in einem Briefumschlag.

 

In diesem Sinne, geht achtsam mit euren Lieben um.

Schöne Restwoche!

Cheers

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