Faux Pas

Vor ca. 2 Wochen gab es in der Facebook Gruppe der Photologen mal wieder eine neue Aktion.

Weihnachten steht vor der Türe. Was gibt es besseres als ein gemeinsames Wichteln?

Da ich, was Weihnachten angeht, eher der personifizierte Grinch bin, musste ich etwas länger überlegen ob ich mich anschließe.

Letztendlich fand ich die Art und Weise dieser Aktion interessant. Natürlich ist man mit den Mitgliedern in regem Austausch, wenn man Lust hat aktiv in der Community zu sein, dennoch ist man sich in der real World in den seltensten Fällen bekannt. Man vernetzt sich sicher, wie heutzutage üblich, über alle möglichen Social Media Kanäle aber mehr als die Vorlieben und die Art der Fotografie jedes einzelnen erfährt man kaum.


Die Idee ist das man über einen Wichtel-O-maten, zu einem bestimmten Datum ein teilnehmendes Mitglied der Gruppe zugelost bekommt.

Man erfährt die Adresse des Mitglieds und beschenkt es mit einem Print.

Das ausgedruckte Foto sollte man selbstverständlich persönlich erstellt haben.

Soweit so gut. Mit der Bildauswahl in 2019 habe ich mich ja schon bei der Erstellung meines Kalenders beschäftigt.

Logisch ist das ich sicher kein Portrait meines Hundes verschicken werde. Ich würde mir ja auch ungern ein Foto eines fremden Hundes an die Wand hängen.

Apropos an die Wand hängen. Das Format des zu verschenkenden Prints darf

DIN A4 nicht überschreiten. Darunter sind natürlich alle Formate erlaubt und rahmenlos muss es auch sein. Die Kosten müssen ja schließlich in Grenzen bleiben.


Ich habe mich recht schnell für ein Motiv entschieden. Ob der Anspruch dabei jetzt ist das es unbedingt an die Wand des Beschenkten gehört vage ich zu bezweifeln.

Vielleicht gefällt es aber so gut das es in einem Arbeitszimmer einfach in einem Regal steht und eine Zeit lang Freude beim Betrachter auslöst.

Die Entscheidung fiel natürlich auf ein Landschaftsfoto. Eine neutrale Sache mit der man nicht viel falsch machen kann.

Ich habe keinen Drucker mehr daheim, da ich kaum eine Anwendung dafür habe.

Für einige Shootings habe ich Fotobücher erstellt und verschenkt. Einige Arbeiten hängen an der Wand aber das klassische Ausdrucken und Bilder in die Hand nehmen habe ich in den letzten Jahren nicht praktiziert.

Ein Fehler glaube ich. Aber die Entscheidung einen Fotodrucker anzuschaffen muss noch reifen. Monitor kalibrieren, die Frage welche Papiere man ausprobiert und was ist mit der Tinte wenn man länger nichts druckt?! Früher konnte man die Patronen dann recht schnell entsorgen. Aber das soll ja ein anderes Thema sein.


Meine Entscheidung war es ein Bild mit Weißrand, annähernd in DIN A4 in Auftrag zu geben. Der weiße Rand macht das Erscheinungsbild ein bisschen wertiger, meiner Meinung nach.

Also zack, beim Premium Druck-Dienstleister auf die Homepage und den Reiter "Prints" geklickt.

Einfacher Abzug kann ja jeder. Dann bekommt man für zwei Euro das was man so üblicherweise für einen Fotoabzug hält.

Hahnemühle Papier. Yes, das habe ich schon gehört. Darauf drucken die Profis auch ihre Bilder aus. Der Preis für einen solchen Ausdruck inclusive Versand war moderat. Die Bestellung war ein Kinderspiel und nach ein paar Tagen durfte ich die überdimensioniert verpackte Ware in den Händen halten.

Überdimensioniert?! Quatsch! Ich habe eines meiner Werke auf Hahnemühle Papier verewigt. Eigentlich ist das mehr als angemessen.

Ich zwinkere jetzt mal mit meinem rechten Auge...


Voller Vorfreude wurde die Verpackung geöffnet. Vorsicht! Nicht zuviel beschädigen. Am besten verschickst du das Bild später in demselben Karton. Man(n) ist ja ein Fuchs. 

Dann hatte ich es in Händen. Meinen Premium Print.

Farben super, Format super, Dicke des Papier's toll...

Nur leider hat dieses Papier die Struktur einer groben Rauhfasertapete.

Ich musste unweigerlich grinsen. Da hab ich ja richtig was gekonnt.

Mir war klar das ich das Bild selbst behalte und auf keinen Fall verschenken werde. 

Vielleicht hätte ich mir vorher Proben schicken lassen sollen oder einfach mal irgendwo im Handel ein paar Papiersorten anschauen sollen.

Aber nein, ein paar Mal was im Internet gelesen, bei YouTube gesehen und schon ist man Experte. Mein gewähltes Papier hat sicher seine Berechtigung aber eher bei Portraits. Bei einem Charakter Close-Up würde ich diese Sorte sicher nochmals ausprobieren. Für meine Landschaft aber eben nicht.


Letztendlich habe ich dann ein anderes Foto gewählt. Ich habe daraus ein klassisches b&w erstellt, da die Dramatik im Foto es hergab. Dieses lasse ich mir nun als Abzug, jawohl einen Abzug auf klassischem Fotopapier, zusenden. 

Natürlich auf einem Trägermaterial das für schwarzweiß Bilder optimiert ist.

Ich hoffe auf ein besseres Ergebnis und darauf das mein Wichtel ein bisschen Freude an dem Geschenk hat.


Fazit für die vergangene Woche:

Lehrgeld bezahlt aber wieder was dazugelernt.

 

Ich wünsche euch eine angenehme Restwoche und hoffe das ihr ebenfalls hilfreiche Erfahrungen sammeln könnt.

Manche Fehler muss man halt selber machen.

 

Cheers

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Kommentare: 1
  • #1

    Thomas Vogt (Freitag, 20 Dezember 2019 12:14)

    Als Empfänger der Landschaftsaufnahme (oder ist es Architektur in Landschaft?) kann ich bestätigen, dass Trägermaterial, SW-Ausarbeitung und Motiv wunderbar harmonieren. Oder um es kurz zu fassen, es gefällt mir. Gerade die Ausarbeitung in SW sagt mir sehr zu. Bearbeite ich doch auch die meisten Aufnahmen ohne Farbe.

    Meine eigenen Versuche in der Landschaft gehen selten über den Erinnerungsstatus hinaus. Liegt vielleicht daran, dass ich da kaum Einfluss auf das Licht und das Motiv nehmen kann. Bin selbst Hobbyfotograf und mehr drinnen mit dem Fotografieren schöner Frauen beschäftigt. Meinen Blog findest Du unter www.vothografie.de

    Viele Grüße aus Oberfranken
    Thomas