Im Zwiespalt

Social Media!

Ein Thema das seit einigen Jahren immer lauter wird. Zum Anfang mal einen kleinen Blick zurück. StudiVz, myspace, stayfriends, Dinosaurier die von Facebook überrollt worden sind.

Dennoch waren diese Plattformen der Anfang von allem Übel.

Dort hat man begonnen sich zu vernetzen. Toll alte Schulfreunde wiederzufinden. Mensch, wir haben ja schon ewig nichts mehr voneinander gehört. Was hast du getrieben in all den Jahren? So fingen meistens die ersten Unterhaltungen auf stayfriends an. Schnell fand man über die Profile der anderen viele Leute aus der Vergangenheit wieder.

Alles war recht beschaulich und darauf beschränkt sein altes Netzwerk, online wieder in Schwung zu bringen.

Dann kam Facebook und schlug ein wie eine Bombe. Jetzt ging es nicht nur darum sich auf einen bestimmten Lebensbereich zu konzentrieren, sondern darum mit Gott und der Welt befreundet zu sein. Familie, Freunde, Bekannte, Arbeitskollegen, Freunde von Freunden, Bekannte von Bekannten und Menschen mit denen man im Urlaub mal zwei Bier getrunken hat.

Ich habe am Anfang auch geaddet, weil man das so macht.


Wir haben angefangen zu liken, zu kommentieren, Bilder zu posten oder ganz beliebt, Sprüche und Statements hochzuladen. Herrlich. Den Sinn von Bildern auf denen Mahlzeiten zu sehen sind verstehe ich bis heute nicht. Aber mal schnell ein Video hochgeladen, während der Party am Samstag, ist doch witzig. Auf jeden Fall...bis zum Sonntag wenn man die Augen wieder aufmacht. 

Man wird halt überflutet wenn man seine Freundesliste nicht im Rahmen hält.

Obwohl jeder von uns bestimmt auch viele Personen entfernt hat, weil man begreift das man keine 500 Freunde hat, ist und bleibt der "Freundeskreis" unübersichtlich. 

Hinzu kommt das Herr Zuckerberg natürlich Geld verdienen will. Man kann sich schließlich kostenlos registrieren. Kaum schaut man in dem Online Shop vom großen Fluss, bekommt man bei Facebook, Sekunden später viele tolle Produktvorschläge zum vorher gesuchten Thema. Die Welt kann so einfach sein.

Das Ding ist nur das man zwischen der Werbung kaum noch verwertbare Informationen seiner "Freunde" findet. Spektakulär finde ich auch das Facebook besser weiß als ich, von wem ich was sehen will.

Ein Hoch auf Algorithmen und Ki.


Zum Glück gibt es ja Instagram!

Da sieht man ja nur Beiträge von Personen denen man folgt. Obwohl, hier sehe ich ja auch den Fotorucksack nach dem ich bei Amazon gesucht habe! Prima! Fast vergessen ihn zu kaufen. Und es geht sogar noch besser. Ich sehe auf einmal ganz viele andere Rucksäcke von Marken die ich noch nie gesehen habe. Super Sache! Bald habt ihr mich soweit und ich kaufe einen.

Naja, Werbung gehört wohl heutzutage dazu. Dann ist es ja auch nicht schlimm das 50% meines Feeds aus gesponserten Beiträgen bestehen. Tja, Reichweite ist halt wichtig.Und wenn schon bezahlt wird kann man sich dasselbe Bild auch gerne 10x anschauen. Irgendwie habe ich das Gefühl das nicht nur wir sondern auch die Plattformen vernetzt sind. Ich fürchte das ich da einer großen Sache auf die Spur gekommen bin...


Wenn ich den Sarkasmus und die Ironie beiseite lege dann muss ich für mich feststellen das ich meine Bildschirmzeit hinterfragen muss.

Bei Facebook beschränke ich mich in der Regel auf Gruppen, wie zum Beispiel den Photologen Campus, um mich dort zu bestimmten Themen auszutauschen oder zu informieren. Wenn dann noch nette Aktivitäten wie gemeinsame Projekte dazukommen, macht das wieder Sinn. Auch sich dann plattformübergreifend zu vernetzen um gemeinsam aktiv zu sein ist mega.

Auch werde ich mich weiterhin über nette Postings von Menschen freuen die mir wirklich wichtig sind. Alles andere wird weggescrollt.

Genauso wie bei Instagram. Da es dort sehr mühselig ist Profile zu entfernen wird der Daumen halt immer schneller. Und ausserdem ist ein Bild erst wirklich gut wenn man länger als eine Sekunde daran hängen bleibt.

Nichtsdestotrotz hat Social Media neue und wertvolle Kontakte geschaffen die es ohne wohl nie gegeben hätte. Deswegen freue ich mich schon heute auf das neue Facebook/Instagram mit dem wir in ein paar Jahren wieder große Freude haben werden. Wenigstens bis zu dem Augenblick bei dem ich wieder Rucksäcke zu sehen kriege...

 

In diesem Sinne meine Empfehlung für die kommende Woche:

Ein bisschen Social Media detox. Wir Whatsappen doch schon genug.

 

Cheers

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Kommentare: 1
  • #1

    Detlef Klein (Dienstag, 03 Dezember 2019 20:44)

    Hallo Olaf!
    Ein wirklich amüsant geschriebener Blogartikel! Bis eben dachte ich doch tatsächlich mir werden die ganzen Sachen, von der Kamera, Zubehör bis zum tollen PKW- Leasing, exklusiv angeboten �
    Du hast schon recht, ein bisschen social media Abstinenz würde schon gut tun! Denke ich beim scrollen auch drüber nach... und während ich so nachdenke und dabei weiter scrolle stoße ich auf eine Instastory wo auf den neuen Blogartikel hingewiesen wird�... und zack, geklickt, gelesen und kommentiert. Vielleicht klappt es morgen besser....
    Danke für den gelungenen Artikel!
    Viele Grüße
    Detlef alias Feinundart_365