Authentizität

Authentizität. Ein großes Wort in der heutigen Zeit. Authentisch sollen wir sein.

Immer und zu jeder Zeit man selbst sein.

Das Thema hat mich in den ersten Tagen des Jahres beschäftigt.

Darauf gekommen bin ich durch den Konsum von Podcast's.

Einem meiner Favoriten folge ich seit über einem Jahr. Fast jede Woche gibt es eine neue Episode zum Thema Fotografie.

Gerne lauscht man den Moderatoren und lässt sich unterhalten. Podcast's sind kostenlos. Bisher auf jeden Fall. Es gibt Protagonisten die sich nur exklusiv bei bestimmten Streamingdiensten hören lassen, aber sie bleiben bisher gratis.

Ich kann verstehen das man sich solche Sponsoren sucht weil man Woche für Woche Zeit in die Produktion investiert.

Dies gelingt in aller Regel aber nur den wenigsten. Da muss der Name in der Öffentlichkeit schon einen Wert haben und die Community entsprechend groß.

Die meisten Podcast's die ich höre werden, so vermute ich, aus viel Spass an der Freude produziert.


Natürlich ist man dankbar, wenn einem kostenlos auch noch Mehrwert geboten wird mit dem man am Ende des Tages auch noch etwas anfangen kann.

Oder man einfach nur gut unterhalten worden ist.

Die Dankbarkeit der Zuhörer  kann durchaus auch wirtschaftliche Vorteile bringen.

Ich bleibe beim Thema Fotografie. Wenn ein podcastender Fotograf eigene Magazine, Bücher oder Dienstleistungen anbietet, investiert man sicher gerne mal 25 Euro für z.B. ein Magazin um sich ein solches anzuschauen und bedankt sich damit indirekt für die Arbeit, für die sonst kostenlose Unterhaltung die man konsumiert.

Gefällt einem was man sieht oder erlebt, wird man dies ein weiteres mal machen und so haben beide Seiten was davon.


Das Problem beginnt dann, wenn immer über den Aufwand gesprochen wird der Woche für Woche betrieben wird. Der Hinweis das es ja kostenlos ist und das dem- /denjenigen ja viel Zeit bei der Produktion verloren geht, damit der Zuhörer den Content erhält. Das ist unbestritten. Aber ich gehe davon aus das diese Menschen das tatsächlich machen weil sie an der Sache und der Community Spass haben. Es also ein Hobby, eine Leidenschaft ist.

Möchte man damit ein Geschäftsmodell in Gang bringen, ist das auch in Ordnung. Dann muss aber auch etwas geboten werden. Wie oben erwähnt, ein Magazin, ein Buch oder was auch immer zum Thema passt. Einen Klingelbeutel bei PayPal aufmachen und hoffen das dort gespendet wird, halte ich für den falschen Weg. Wenn ich ein guter Fotograf bin und ich meine Bilder veröffentliche, kann ich dafür etwas verlangen. Dann habe ich mein Magazin, das die Zuhörer erwerben können. Gefällt ihnen meine Arbeit und sehen das ich nicht nur über mein Thema rede sondern auch etwas gutes vorweisen kann, werden sich sicher einige finden die mich dann gerne durch einen Kauf unterstützen. Das müssen nicht nur Drucke sein, Workshops etc. können sicher ebenfalls zu einer Kommerzialisierung des Podcast's führen. Ich denke das dies auch die größere Wertschätzung ist als eine einfache Spende in einen Topf zu werfen.


Ganz schwierig wird es dann wenn ich in der Öffentlichkeit eben über solche oder andere Projekte spreche und nichts verwertbares an die Oberfläche gerät. Das technische Sachverhalte mal falsch interpretiert werden können ist halb so schlimm. Wenn mein ebenfalls kompetenter Gesprächspartner mich allerdings elegant auf meinen Fauxpas hinweist, sollte ich aufmerksam werden und meine Aussage überdenken.

Das ist elementar wenn ich eben nicht authentisch auftreten kann, sondern eine Rolle einnehmen will oder muss um das Spiel weiterleben zu lassen. 

Es ist kein Problem in eine Rolle zu schlüpfen. Das machen wir alle jeden Tag. Mehrfach. Bei der Arbeit, vielleicht als Eltern daheim oder unsere Rolle im Freundeskreis. Wir treten ganz sich nicht überall gleich auf. Allerdings sollte man sich in jeder dieser Rollen nicht als etwas verkaufen das man nicht ist. Irgendwann kommt der Moment indem das Kartenhaus, welches man sich um die Rolle aufgebaut hat, zerstört wird. Auf Dauer ist es sicher schwer eine falsche Rolle zu spielen. Die Menschen mit denen man sich umgibt werden es irgendwann spüren.

 


Bemerkt man, als geneigter Zuhörer, das jemand dauerhaft versucht sich anders zu präsentieren als er es eigentlich ist, macht das Zuhören bei den Protagonisten nicht mehr ganz so viel Spass. Man möchte halt auch glauben können was man hört. Sonst kann ich Tipps, der Einstellung zu bestimmten Themen, nichts mehr abgewinnen. Ich kann die Aussagen dann nicht mehr Ernst nehmen. Wenn dem Gespür das etwas nicht stimmt, auch noch Fakten folgen die das Gefühl bestärken das man einer schlecht gespielten Rolle zuhört, endet der Spass, am Konsum eines vertrauten und liebgewonnenen Podcast's, schnell.

In diesem speziellen Falle werde ich weiter genau zuhören und filtern was ich mitnehme und was nicht. Zudem sind Kontakte durch den Podcast entstanden, die ich gerne weiter pflegen möchte.

Dieser Gewinn wird hoffentlich erhalten bleiben.


In diesem Sinne, bleibt immer schön ihr selbst.

Angenehme Restwoche!

 

Cheers

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