Ein Jahr ist vorüber

Vor gut einem Jahr kam meine Sony Alpha 7 III in mein Haus. Meine erste Vollformat-Kamera. Vollformat? Oder sollte man Kleinbild sagen? Mir ist das eigentlich egal. 

Umgestiegen bin ich letztes Jahr von der Alpha 6000. Eine Kamera aus dem APSC Lager und zudem meine erste spiegelose. Ich muss zugeben ich hab dieses kleine Ding echt liebgewonnen. Ich fand es mega mit der Cam draussen unterwegs zu sein. Klein, leicht, immer mit dabei. Mit dem optischen Sucher und deswegen what you see is what you get, hat es mega Spaß gemacht damit tolle Lichtstimmungen in der Natur einzufangen.


Dann wurde der Wunsch immer größer mal eine Vollformat-Kamera zu besitzen. In unzähligen Videos oder Blogs lernt man das der größere Sensor die Fotografie nicht verbessert. Das unterschreibe ich gerne. Ich wollte allerdings auch mal ausprobieren was es mit der so viel propagierten Freistellung beim Kleinbild auf sich hat. Das man eine ähnliche Freistellung, mit anderen Sensoren, durch den richtigen Abstand von Motiv und Fotograf ebenfalls erreichen kann, habe ich ebenfalls viele Male gesehen. Allerdings ist der Bildausschnitt bei gleicher Brennweite ein anderer. Es musste außerdem also noch andere Vorteile geben, sonst würde es die verschiedenen Sensorgrößen nicht geben. Also ein Herz gefasst, das komplette APSC Equipment verkauft und in die große Schwester meiner alten Kamera investiert.


Mir war vorher auch bewußt das der Kamera sicher auch das ein oder andere Objektiv folgen würde. Das kann durchaus kostspielig werden. Viele warnen vor diesen Kosten beim Kauf einer Sony Kamera. Mal ehrlich. Jetzt wo die beiden anderen Big Player auch den spiegelosen Markt erobern wollen wird klar das sich die beiden ebenfalls ihre Optiken sehr gut bezahlen lassen. Third Party Objektive gibt es für den E Mount von Sony mehr als genug. Die Qualität ist dabei hervorragend. Siehe die Sigma Art Reihe. Das Tamron Weitwinkel schlägt bei Preis/Leistung alles was es von Sony gibt und kostet weniger als die Hälfte, als das vergleichbare Objektiv aus der G-Master Serie. Beim Preis befindet es sich in einem Rahmen der bei allen anderen Marken mehr als üblich ist heutzutage.

Also ganz so dramatisch, wie viele behaupten, ist es nicht.


Ich bin mit dem 28-70 Kit-Objektiv gestartet, welches ich gebraucht gekauft habe. Und los ging die wilde Fahrt. Ich habe schnell gelernt das mir die 28mm für Landschaften nicht weit genug sind. Das hat nichts mit der Kamera zu tun, hat mich aber dazu gebracht mir andere Bildausschnitte zu suchen und mehr ins Detail und weniger auf die Weite zu gehen. Dabei habe ich dann gemerkt was mit Freistellung gemeint ist. Selbst bei f 4,5 ist der Hintergrund schon mega verschwommen. Für mich war das neu. Vor allem weil ich bei den Landschaften immer alles von vorne bis hinten scharf bis zum Mond haben wollte. Aber ich war entzückt.

Dass ist eines meiner ersten Fotos mit der 7 III gewesen. Mit dieser, für mich neuen Erfahrung, habe ich meine Fotografie ein bisschen verändert. Ich habe bei jeder Gelegenheit versucht mit der Schärfe/Unschärfe Geschichte zu spielen. Klar war ich auch weiterhin draußen aber mir gefallen die 28mm in der Landschaft immer noch nicht und bisher habe ich mir noch kein 16-35 oder 17-28 zugelegt. Das wird aber sicher vor dem kommenden Sommer geschehen.


Ein weiterer Vorteil des größeren Sensors ist tatsächlich das ISO Verhalten. Bei schlechtem Licht gelingt es wirklich super Aufnahmen zu erstellen ohne sich Gedanken über das Rauschen zu machen. Okay, viele sagen für's Web ist es eigentlich egal weil man es kaum erkennen kann, trotzdem gut zu wissen das es funktioniert. 

Die 7 III ist zwar größer als die kleinen Schwestern aber für mich immer noch optimal. Meine kleinen Hände haben kein Problem sie ordentlich in der Hand zu halten und die Knöpfe sind für mich auch okay. Der neue Akku ist im Vergleich zum kleineren der APSC Serie ein Quantensprung. Ich habe keinen Gedanken mehr an Stromverbrauch verschwenden müssen.

Über die Bedienung an sich will ich nicht viel schreiben. Ich komme damit klar. Man muss es mögen oder eben nicht. 


Ich kann nur wiederholen das eine Kleinbild-Kamera nicht der heilige Gral ist. Ich würde auch niemals sagen, du musst unbedingt Vollformat haben. Aber es gibt Vorteile die ich zu schätzen gelernt habe. Das sind technische Vorteile, ja da kommt der Nerd wieder durch, aber auch die Tatsache was man mit f1.4 alles anstellen kann. Profis mögen lachen aber ich finde diese mega Unschärfe gerade bei Portraits toll. Da kommt dann natürlich der hochgelobte Augen-AF auf den Plan. Der ist wirklich richtig gut. Für mich neue Erfahrungen die ich so noch nicht kannte.

Ich habe den Kauf bisher wirklich nicht bereut. Natürlich muss man ein bisschen sparen wenn man den Objektivpark vergrößern möchte aber das ist in der Fotografie im allgemeinen so. Meine Fotografie hat sich sicher nicht signifikant verbessert aber verändert. Das ist Grund genug für mich zu sagen Vollformat ist schon ne coole Sache.


Genug für heute. Lasst euch die Woche nicht lang werden.

Der Fotograf und nicht die Kamera macht das Bild.

Dabei bleibe ich!

 

Cheers

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Kommentare: 1
  • #1

    Detlef Klein (Mittwoch, 05 Februar 2020 13:47)

    Hallo Olaf,
    das ist wieder ein echt schön geschriebener Blogartikel! Ich hatte fest damit gerechnet das im nächsten Artikel ein Hinweis auf die Sache mit dem Photologen-Camous steht. Finde ich aber gut so, also ohne Nachtreten!
    Ich knipse mich ja schon gute 12 Jahre durch die Weltgeschichte und hatte sehr lange eine umfangreiche Ausrüstung von Olympus (mFt). Meine Frau fotografiert ebenfalls mit Olympus ist super zufrieden damit. Wenn Sie Bilder von meiner Kamera (Kleinbild) sieht dann sagt sie immer „wer den Unterschied im Bildlook nicht sieht wäre blind �) Ich empfinde das ähnlich und möchte auch nicht mehr zu APS-C oder mFT zurück. Macht einfach Spaß!
    Wenn Du eines Tages mal in Richtung Weitwinkel überlegst, dann kann ich Dir am Kleinbild wirklich nur raten mind. 16mm zu nehmen. Im Weitwinkel sind 2mm mehr eine Welt in Sachen Bildlook! Echt!!
    Ich wollte es selbst nicht glauben da es ja nur 2mm Brennweite sind was im Telebereich überhaupt nicht zu sehen ist. Im Weitwinkel sieht man es sofort! Daher meine dringende Empfehlung zu vergleichen und auszuprobieren!

    So, jetzt muss ich wieder anne Schüppe �

    Viele Grüße
    Detlef