Der Workshop

Es war mein erster Workshop am vergangenen Samstag.

Der erste Workshop an einem Tag den es eigentlich nicht gibt. Es war der 29.02.2020.

Auf den einladenden Fotografen Robin Disselkamp bin ich durch einen Podcast aufmerksam geworden, den ich allerdings nicht mehr nennen möchte.

Dafür und nur dafür bin ich diesen Leuten dankbar.

Aber jetzt zum Thema!

Ich habe mich für den Workshop bei Robin entschieden weil mir seine Art zu fotografieren gefallen hat. Die Inhalte seines Podcast's haben mich ebenfalls überzeugt.


Als der Tag näher rückte, habe ich mich gefragt was ich eigentlich erwarte.

Gute Frage, Olaf! 

Da ich mit der Menschen Fotografie noch nicht viel am Hut hatte, würde es sicher eine gute Übung werden. Ein Model war schließlich ebenfalls gebucht.

Des weiteren habe ich mich auf Gespräche und den Austausch mit den anderen Mitstreitern des Events gefreut. Neue gute Leute kennenlernen.

Vorab: Hat ausgezeichnet funktioniert!!

Begleitet von Karsten van Gelder , einem Hobbyisten wie ich es bin, ging es also los Richtung Solingen ins Studio Die Schwarzweißmalerei.


Dort angekommen trafen wir auf den Gastgeber, vier weitere Mitstreiter, und ließen uns bei einem Kaffee erstmal in gemütlicher Runde nieder.

Nach der Vorstellungsrunde begann jeder sich die Fragen zu beantworten, die man sich daheim auch schon gestellt hat.

Und siehe da, ich war nicht allein mit meinen Gedanken die ich mir vorher über meine Fotografie gemacht habe und das was ich aus diesem Workshop mitnehmen wollte. 

Robin stellte uns gezielt Fragen zum Thema nachhaltige Fotografie. Eben nicht der cleane Headshot einer Person, sondern Fotos die einem in Erinnerung bleiben. 

Er weckte in uns das Verständnis dafür das ein Foto auf keinen Fall perfekt sein muss, um beim Betrachter etwas auszulösen oder ihn zu bewegen am Bild hängenzubleiben. 


Das war der Startschuss für einen regen Austausch innerhalb der Gruppe.

Anschließend wurden Bilder aller Teilnehmer an eine Wand gebracht und wir mussten entscheiden welches Bild uns am meisten berührt.

Es war schön zu sehen wie jeder von uns auf seine eigene Art und Weise seine Favoriten beschrieben und ausgewählt hat.

Jeder sieht halt in einem Foto etwas anderes. Und das ist gut so. 


Wir kamen zur ersten Aufgabe!

Fotografen fotografieren Fotografen.

Ich, der doch so gerne vor der Kamera steht.

Eine gute Übung für beide Seiten und das erste Warmlaufen für den Tag!

Danach wurde es langsam Zeit für eine Mittagspause und den Überraschungsgast des Tages.

Sebastian "Trägi" Trägner gesellte sich zu uns.


Trägi hatte einiges zu erzählen. Aus seinem Leben und auch von seinen Projekten.

Seine Projekte passten ausgezeichnet zum Thema des Vormittags. Er portraitiert unter anderem, Obdachlose, das Milieu in Rotlichtvierteln, in einer Art und Weise die man sich auf jeden Fall anschauen sollte. Neben einigen anderen Projekten engagiert er sich auch für ein Frauenhausprojekt in Köln. Auch von ihm konnten wir hören das bei seinen Fotos nicht die Technik, sondern der Moment und die Nähe, die Wirkung in seinen Bildern ausmacht. Auch an dieser Stelle nichts zu hören von Augenautofokus und der Mörderatmosphäre die der Serienbildmodus meiner Sony erzeugt.

Ich habe langsam verstanden worum es ging.

LOSLASSEN!

Sich auf den Menschen einlassen und Nähe schaffen. Dann entstehen Augenblicke die den Nährboden für ein gutes Bild schaffen.

Dann ist es auch egal ob Schärfe, oder sonst was, nicht sitzt. Das Bild hat auch ohne technische Perfektion eine starke Aussage.

Manchmal reicht es auch nur ein Detail eines Menschen herauszuarbeiten das ihn ausmacht. Das sagt mehr über ihn aus als ein Ganzkörper-Portrait.


Nun stieß noch Emma, unser Model, zu uns.

Eine bezaubernde junge Frau, die uns charmant unterstützt hat, damit wir das gelernte vom Tage auch umsetzen.

Nun kann ich natürlich nur meinen Eindruck wiedergeben.

Am Ende waren wir alle in derselben Situation.

Ihr habt 20 min Zeit. Macht  Bilder.

Yeah! Ich war überfordert. Was soll meine Story werden? Irgendwie Kontakt zur unbekannten Emma aufbauen. Ich will doch tolle Bilder machen.

Mit ein wenig Hilfe von Robin kam ich irgendwann in den Flow.

In der Nachbesprechung haben wir unsere Bilder angeschaut und festgestellt das wir sehr ähnliche Probleme mit der Situation hatten.

Hurra! Und wieder gemerkt das ich nicht allein auf dieser Welt bin.



Am Ende Tages bleibt nur zu sagen das sich jede Sekunde dieses Workshops gelohnt hat.

Robin hat uns alle gefordert und es geschafft, das sich neue Gedanken über das Wie und Warum in der Fotografie aufgetan haben.

Er hat uns überzeugt, das der Weg zu einem guten Foto nicht über die technische Perfektion sondern eben über das umperfekte in einem Bild führt.

Trägi hat dies im Dialog ebenfalls immer wieder zum Ausdruck gebracht.

Kein Wunder bei jemandem der einen Filter vor der Linse hat, der mit Haarspray besprüht wird. Kann man so machen. Dies hat er uns in eindrucksvoller Weise bewiesen.

Nach einer weiteren gemütlichen Runde im Austausch, war es Zeit für den Heimweg.

Karsten und ich waren uns einig, das sich viele Ansichten über die Fotografie verändert haben.

Wir sind mit neuen Gedanken und mit dem Gefühl tolle Menschen kennengelernt zu haben wieder Richtung Heimat gefahren.

Es war ganz sicher nicht mein letzter Workshop und auch sicher nicht die letzte Begegnung mit Robin.

Ich kann nur jedem empfehlen, der sich mit dem Gedanken trägt etwas neues in seiner Fotografie zu entdecken, einen Termin bei ihm zu buchen.

Bei Amazon würde ich eine 5 Sterne Bewertung schreiben.


Bevor ich mich verabschiede nochmal ein großes DANKE an Emma!

Und merci Trägi!

Ein toller Typ im wahrsten Sinne.

Ich hoffe es stimmt das man sich immer 2x im Leben trifft. Ich würde mich freuen!


Für heute genug!

Schöne Restwoche und bis bald!

 

Cheers

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Kommentare: 3
  • #1

    Frank (Mittwoch, 04 März 2020 10:43)

    Du hast den Tag gut zusammengefasst. (Würde ich alles genauso unterschreiben.)
    Gut geschrieben, tolle Bilder.
    Vielleicht schaffen wir es, mit einem Bier und natürlich einer Kamera bald mal wiederzusehen.

  • #2

    Cordula Derg / Pseudonym (Samstag, 25 Juli 2020 19:40)

    Du schreibst mit Leidenschaft ... Respekt. Doch die Instagram Welt hat keine Geduld und ergötzt sich in wertlosen Lobhudeleien. Ein echter Austausch geht nur unter Freunden. Ich habe derer drei, und du?

  • #3

    Olaf Spöllmink (Samstag, 25 Juli 2020 20:21)

    Danke für die Blumen Cordula!
    Freut mich das der Beitrag dir gefallen hat!
    Ich habe nicht mehr als eine Handvoll...das sind dann aber auch genau diese Menschen die dich akzeptieren wie du bist.
    VG Olaf und danke für deinen Kommentar.